Tesla Grünheide Jobs – Fluch oder Segen?

Elon Musk bzw. sein US Autobauer Tesla, baut in der Grünheide bei Berlin eine Giga Factory. Soweit so gut für den Standort Deutschland und die Region. Aber was bedeutet das genau für den Arbeitsmarkt. Welche Faktoren wirken sich eventuell sogar negativ aus? Lesen Sie mehr in unserem Beitrag zum Megaprojekt Tesla Grünheide.

Einleitung

Die Grünheide liegt südöstlich vor der Toren Berlins. Hier an den Rändern der Metropole beginnt die Landschaft Oberhand zu gewinnen und die Gegend zog bisher vor allem Ausflügler an. Das ändert sich mit dem Auftritt von Tesla und der geplanten Gigafactory nun nachhaltig.

Zunächst wollen wir uns nicht damit beschäftigen, ob Tesla nun auf einem richtigen Weg zur Erlangung der Marktführerschaft ist. Oder ob Elektroautos generell eine passende Strategie für die Mobilitätswende darstellen. Tatsache ist, dass am Standort in der Grünheide Arbeitsplätze entstehen werden und Investitionen getätig werden, die es ohne des US Autobauer so nicht gegeben hätte. Einmal unabhängig von begleitenden, staatlichen Subventionen.

Uns geht es darum, den Impact dieses und vergleichbarer Projekte vor allem auf die regionalen Arbeitsmärkte darzustellen. Denn in der öffentlichen Wahrnehmung werden reflexartig überwiegend die positiven Effekte dargestellt, wenn man mal von Umweltfragen absieht.

Um nicht als Bremser wahrgenommen zu werden oder gar Investitionen zu gefährden, finden sich somit nur selten wirklich objektive Analysen der Auswirkungen solcher Projekte. Erst recht nicht in den betroffenen Regionen, die generell eher froh über diese Art der Wirtschaftsförderung sind.

Großunternehmen in regionalen Arbeitsmärkten

Wie eingangs beschrieben, muss es in dieser Analyse gar nicht zwangsläufig nur um Tesla an sich gehen. Vielmehr steht das Projekt in der Grünheide exemplarisch auch für andere Regionen in Deutschland, die durch die Ansiedlung von Unternehmen wirtschaftliche Bedeutung gewonnen haben.

So gibt es Regionen, die mehr oder weniger stark von besonders großen oder mit einer hohen Marktmacht aufgestellten Unternehmen beeinflusst werden.

Im Raum Hamburg sind das teilweise Unternehmen aus dem Luftfahrtumfeld. In anderen Regionen sind es Logistiker der Autoindustrie oder Chemieunternehmen.

Hier wie dort ziehen wenige große Unternehmen mit einer gewissen Strahlkraft weitere Zulieferunternehmen an. Insofern siedeln sich im Fahrwasser der großen Unternehmen, wie auch im Falle von Tesla in der Grünheide, weitere Unternehmen an.

Das bringt eine Reihe von sehr positiven Folgeerscheinungen mit sich. Denn zu den Unternehmen kommen weitere Unternehmen des täglichen Bedarfs, werden ggfs. neue Wohnflächen erschlossen und kommen Dienstleistungsunternehmen in die Region. Schulen und Kitas werden gebaut oder können wieder genutzt werden, weil Einwohner zurück kommen. Der Zersiedlung wird also begegnet.

Also alles fein? Sicher, in der Summe trifft das zu. Ein Problem ist aber wie so oft die Abhängigkeit. Denn zieht sich ein solches Unternehmen aus der Region zurück, bleibt oft eine große Leere. Denn durch die Wirtschaftsmacht wird zwar viel bewegt, gleichzeitig aber erstaunlicherweise unter Umständen auch Innovation gebremst.

Tesla Grünheide – Das Problem

Das Problem mit großen Unternehmen in strukturschwachen Regionen oder mit generell sehr marktmächtigen Unternehmen, besteht in einer Verschärfung des Fachkräftemangels.

Natürlich werden neue Arbeitsplätze geschaffen. Häufig, wie bei Tesla Grünheide, gab es diese vorher auch gar nicht. Das ist positiv. Gleichzeitig wirbt Tesla hier damit, besonders höhe Löhne zu zahlen.

Auch das ist vordergründig kein Problem. Andererseits ist das nach oben ausweichen aus gelebten Tarif- und Entgelstrukturen im Endeffekt genauso schlecht wie zu niedrige Löhne.

Denn eine überdurchschnittliche Entlohnung überzeugt zwar viele Menschen, für ein Unternehmen zu arbeiten. Das geht dann aber häufig zu Lasten der anderen Unternehmen in einer Region, die nicht in der Lage sind, diese Lohnhöhen mitzugehen.

Insofern wird es vor allem kleinen und mittelständischen Unternehmen schwer gemacht, die dringend rekrutierten Fachkräfte zu rekrutieren. Das trifft häufig auch auf Zulieferunternehmen zu, die bsw. im Automobilbereich vielleicht nicht in der Lage sind, ähnlich hohe Löhne zu zahlen, wie das bestellenden Herstellungsunternehmen. Einen solchen Kampf um Einkaufsbedingungen gab es vor einiger Zeit bsw. bei VW.

Im Endeffekt istdie Zahlung überzogener Gehälter also eine Art der Subventionierung. Diese ist immer gut, solange sie da ist. Fällt sie weg, fehlt oft der Plan für das Danach. Insofern sollte beachtet werden, dass aus einer gutgemeinten Lohnerhöhung nicht ein schlech gemachte Rekrutierungskampagne wird. Diese zieht zwar zunächst bestimmt, dürfte aber nicht nachhaltig sein und hat beträchtlichen Einfluss auf einen regionalen Arbeitsmarkt.

Tesla Grünheide – Fazit

Im Ergebnis wird das Projekt Tesla Grünheide sicher ein Erfolg. Trotzdem täte das Unternehmen, wie auch viele andere große Industrieunternehmen, gut daran, auf die regionalen Gegebenheiten auch im Lohnniveau zu achten. Hohe Löhne sind toll aber zu hohe Löhne können auch Probleme bereiten. Naturgemäß nur für den den, der nicht davon profitiert.

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