Social Networks und Jobsuche

Social Networks werden bei der Jobsuche immer wichtiger. Aus dem Alltag der meisten Menschen sind sie nicht mehr wegzudenken. So zieht dann hier auch die Verbindung von Privatleben und Berufsleben ein. Unternehmen haben das Social Media Marketing längst in ihren Mediabudgets etabliert.

Wer auf Jobsuche ist, sollte sich der Aussagekraft und dem Nutzen seiner vorhandenen Social Accounts und Networks bewusst sein. Längst trifft das nicht nur auf Jobs im akademischen oder kaufmännischen Umfeld zu. Im Gegenteil. Die Mechanismen sind in der breiten Bevölkerung angekommen, gerade da Werbung selbst vor Seiten wie Instagram nicht halt macht. Von daher gilt auch für technische Berufsrichtungen, dass digitale Profile nicht sich selbst überlassen werden sollten.

Social Networks – Bestandsaufnahme

Am Anfang einer bewussten Auseinandersetzung mit den eigenen Profilen steht eine Bestandsaufnahme. Welche Zugänge besitze ich, habe ich die Zugangsdaten noch und wie steht es um die Aktualität des Profils. Danach sollte man auswählen, um welche Profile man sich speziell kümmern muss, weil sie eine Relevanz für das Bewerbungsverfahren haben könnten. In diesem Zuge muss man sich zunächst eines klar machen. Die Optimierung der eigenen Social Media Accounts ist letztlich primär Marketing. Und zwar Marketing in eigner Sache. Die eigene Person soll im Rahmen der Jobsuche vermarket werden. Insofern dienen als Jobsuchender die Social Media Plattformen als Marketinginstrument.

Doch Vorsicht. An dieser Stelle könnte man dazu neigen, zu sorglos eventuell rein private Profile zu übersehen. Das wäre aber zu kurz gedacht. Wenn es sich nicht um komplett abgeschirmte Bereiche des Netzes, wie Computerspielforen handelt, sollte man sich dieser Annehmen. Wem das zu viel Arbeit ist, kann Profile immer noch löschen. Denn was vorhanden ist, kann meist auch besucht und ausgewertet werden.

Den meisten Menschen ist aber leider gar nicht bewusst, wie weitereichend mittlerweile Suchmaschinen auf Daten zugreifen können. Vor allem, da viele Netzwerke trotz einer vermeintlichen Anonymisierung der Profile trotzdem einige Daten nach außen dringen lassen. Auch die Verwendung einer identischen E-Mail Adresse bei mehreren Profilen führt schnell zu einer Bloßstellung der verschiedenen Accounts.

Nun wollen wir hier keine Datenschutz Diskussion anstoßen. Wichtig ist aber, sich die Zusammenhänge im Vorfeld klar zu machen, um später keine unangenehme Überraschung zu erleben.

Das gilt es recht und besonders, wenn man vielleicht in einem Bereich tätig sein will, der sich im öffentlichen Umfeld abspielt oder irgendwie anders sicherheitsrelevant sein sollte. Hier darf man sich dann mit den eigenen Profilen erst recht keine Blöße geben.

Social Networks – Inhalte und Optimierung

Uns geht es aber nicht um die Verdeckung von Auslandsaufenthalten oder sonstigen Aktivitäten. Vielmehr richten wir unser Augenmerk auf die Inhalte der Profile, die dann etwas über den Inhaber aussagen können oder eben auch nicht. Hier gilt es, die Marktingbotschaft des Social Media Marktings zu optimieren.

Klar machen muss man sich, dass ein Profil, wenn es richtig gelesen wird, sehr viel über eine Person erzählen kann. Denn die sozialen Netzwerke sind selten ein 1 zu 1 Abbild eines Lebenslaufs. Vielmehr ergänzen sie diesen und helfen, ein umfassenderes Bild einer Person zu erhalten.

Das man mit Partyfotos oder anderen Ausrutschern vorsichtig sein sollte, hat sich mittlerweile herum gesprochen. Dabei ist zu beachten, dass es neben eigenen Fotos immer auch die Möglichkeit gibt, das Dritte Fotos von einem selbst hochladen. Hier sollte man die Mechanismen der Netzwerke verstehen und ebenfalls im Blick haben.

Das hängt weiterhin mit der Art der Netzwerke zusammen. Gerade bei reinen Bilderseiten wir Instagram, mag es nicht immer leicht fallen, einen beruflichen Bezug herzustellen. Das ist aber an dieser Stelle auch nicht zwingend notwendig. Allerdings sollte dann eine Stringenz hergestellt werden zu im CV aufgeführten Hobbys oder Freizeitbeschäftigungen. Zudem gilt in den diesen Bereichen ebenfalls, Privates oder zu offenherzige Einblicke dosiert einzusetzen.

Weiterhin sollte auf Aktualität geachtet werden. Wenn man ins Bewerbungsverfahren einsteigt, geht das nicht mit einem XING oder LinkedIn Profil, welches seit Monaten nicht aktualisiert wurde. Das beginnt beim Foto und endet nicht mit den letzten beruflichen Stationen.

Gerade in Business Accounts ist zudem auf eine korrekte Schreibweise der eigenen Beiträge, sowie passende Fotos zu achten. Zudem sollte hier mit zu privaten Informationen sparsam umgegangen werden. Auch politische Äußerungen sind besser zu unterlassen. Das heisst nicht, daß man nicht für Themen, die einem am Herzen liegen, Stellung beziehen kann. Aber das Internet vergisst wenig. Daher sollte man das nur dann veröffentlichen, wenn es vertretbar ist und man die Reichweite einschätzen kann.

Beteilige Dich

Neben den zuvor genannten, eher formellen Hinweisen, geht es nun um die Inhalte.

Es sollte klar sein, dass idealerweise bestimmte fachliche Ausrichtungen zumindest in den Business Netzwerken erkennbar sein sollten. Hieran kann aber unter Umständen auch ein privates Profil bei Facebook oder Instagram anknüpfen.

Vorweg heisst Masse nicht Klasse. Wer sich aber auf bestimmte Positionen bewirbt und dann in den unterschiedlichen Netzwerken nicht präsent ist, macht sich unglaubwürdig. Wie soll jemanden den Marketingbereich heutzutage vollumfänglich erfassen, wenn er gar keine Social Media Konten hat. Wie soll ein Rekruter mit 40 Kontakten bei XING heute seinen Job richtig machen?

Natürlich ist das etwas überspitzt. Dennoch wird deutlich, dass solche Inhalte gewisse Rückschlüsse zulassen.

Smartphone with social media apps

Ebenso macht es Sinn, dass eigene Interesse für bestimmte Bereiche zu dokumentieren, in dem man sich entsprechend fachbezogen beteiligt. Das führt zum einen natürlich zu einer Erweiterung des eigenen Netzwerkes und schafft neue Kontaktmöglichkeiten. Gleichzeitig ist es eben auch von der Außenwahrnehmung gut, wenn man in bestimmten fachlichen Gruppen zur eigenen Fachrichtung engagiert ist. Idealerweise mit eigenen Beiträgen und nicht nur als stiller Leser.

Insofern sollte man sich mit den Möglichkeiten der Netzwerke auseinandersetzen. Welche Gruppen mit großer Reichweite gibt es. Wo kann ich meine Inhalte repräsentativ platzieren?

Man muss sie wie gesagt als Bestandteil der eigenen Social Media „Marke“ betrachten. Idealerweise sind die Inhalte, Veröffentlichungen und Kontakte, die man pflegt so auslegbar, dass sie das eigene Profil ergänzen und abrunden.

Fazit

Zur persönlichen Social Media Strategie gibt es nicht pauschal richtige oder komplett falsche Antwort. Allerdings hilft es bestimmt, sich in die Rolle eines unvoreingenommenen Dritten zu versetzen. Welches Bild erhält also ein Leser meiner Profile, wenn er meine Bewerbungsunterlagen daneben legt?

Wieviel Individualität gestehe ich mir zu? Auch ein komplett ungepflegtes Social Media Profil kann ja ein Statement sein. Wir plädieren allerdings dafür, sich diese Überlegungen auch tatsächlich zu machen. Will ich die Möglichkeiten nutzen, dann muss ich etwas dafür tun. Alternativ kann ich irgendwelche Vorgaben oder Ratschläge natürlich komplett Ignorieren. Dann bringen die Profile aber eigentlich nichts und das Löschen dürfte zumindest in der Phase der Jobsuche der bessere Weg sein. Getreu nach dem Motto: „Ganz oder gar  nicht“.

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