Jobs beim Staat wieder angesagt?

Jobs beim Staat werden wieder beliebter.

Das spiegelt sich auch in den üblichen Jobportalen wie Indeed, Monster, Stepstone oder Jobware wieder. Obgleich die meisten Behörden auch eigene Jobseiten haben, sind die gängigen Jobboards mit Jobangeboten der öffentlichen Hand, also sprichwörtlich “Beim Staat”, gut gefüllt. Auch die größte deutsche Jobbörse der Arbeitsagentur verfügt über ein gutes Angebot an Behördenjobs.

Nun ist das an sich erst mal nichts wirklich neues. Denn in Zeiten des umgreifenden Fachkräftemangels und einer Veränderung der Alterstruktur in der Bevölkerung, gibt es seit einiger Zeit wieder mehr Jobs als geeignete Bewerber. Insofern hat sich die Situation wieder auf den Kopf gestellt. Wer keine Stellen schaltet und am Arbeitsmarkt nicht präsent ist, findet auch keine Bewerber. Gleichzeitig ist die öffentliche Hand in Deutschland rein von der Arbeitsplatzanzahl her auch einer der größten Arbeitgeber.

Wirklich neu ist aber, dass sich Jobs beim Staat einer steigenden Beliebtheit bei Jobsuchenden und Jobeinsteigern erfreuen. Immer häufiger spielt bei der eigenen Karriereplanung also auch die öffentliche Hand als Arbeitgeber eine entscheidene Rolle. Warum ist das so und was hat zu dieser Änderung geführt?

Wer will beim Staat arbeiten?

Für einen relativ langen Zeitraum galten alle Jobs, die der Staat so zu bieten hatte und die nicht Lehrer, Polizist oder Feuerwehr Herausforderungen betrafen, als uncool. Wer wollte schon als Beamter in einer zu kleinen Amtsstube vor dem Gummibaum sitzen? Dienst nach Vorschrift und ein immer gleicher Arbeitsalltag haben viele junge Leute abgeschreckt.

Hier hat allerdings ein gesellschaftlicher Wandel eingesetzt, der vielerorts zu spüren ist. Denn wo früher bestimmte Überzeugungen quasi automatisch mit einer Abneigung gegen den Staat oder das Beamtentum einhiergingen, gibt es heute eine neue Generation von Bewerbern und Arbeitnehmern, die verschiedene Ansichten kombinieren und ein modernes Verständnis vom Staat haben.

Das hängt nicht zuletzt mit der Vergellschaftlichung von ökonomischen Ansichten zusammen. Heute ist fast jeder ein Klimaschützer und muss dazu weder zwingend Demonstrieren noch den Beamtenstatus ablehnen. Zudem haben viele Menschen gerade durch die Freiheit der letzten Jahre oder Jahrzehnte erkannt, dass ein gut organisiertes Staatswesen einen hohen Wert hat. Gerade junge Menschen, die die Welt entdecken, lernen eventuell unsere regionalen Strukturen zu schätzen.

Auf der anderen Seite ist die große Freiheit auch einer gewissen Unsicherheit gewichen. Wo es zu viele Möglichkeiten der persönlichen und beruflichen Entfaltung gibt, kann man auch mal den Faden verlieren. Umbrüche auf der politischen Weltbühne führen also ebenfalls dazu, dass es ein stärkeres Bedürfnis nach Sicherheit gibt. Dieses kann sich dann bei der Berufswahl manifestieren. Obgleich nach außen hin der Trend zur Selbständigkeit als modern angepriesen wird und es so scheint, als wollte wirklich jeder ein selbständiger Unternehmer sein.

Jobs beim Staat – Nicht nur sicher

Dem ist natürlich nicht so. Von daher ist ein Hauptargument sicher die Berechenbarkeit einer Beschäftigung beim Staat. Allerdings haben sich die Verwaltungen in Deutschland ebenfalls weiterentwickelt. Es hat eine Modernisierung stattgefunden und die Verfügbarkeit von Ressourcen zur Umsetzung von Projekten ist deutlich gestiegen. Vielerorts wird klar, dass die vielleicht zu geringen Infrastruktur Investitionen in den letzten Jahrzehnten Fehler waren und hier mehr getan werden muss.

So findet man bei einer Beschäftigung beim Staat also das Beste aus mehreren Welten. Berufliche Sicherheit, die auch privat Planbarkeit ermöglicht. Das Gefühl die Gemeinschaft mit gestalten zu können und gleichzeitig die Aufbruch Situation, da sich viele Behörden mit neuen Themen auseinandersetzen müssen, die ein hohes Maß an Einsatzbereitschaft und Gestaltungswillen erfordern. Insofern profitieren die öffentlichen Arbeitgeber sicher von dem Gefühl einer gewissen Unsicherheit, die sich aus den äußeren Umständen ergibt. Gleichzeitig findet nicht zuletzt durch die Corona Krise gesellschaftlich auch wieder eine stärkere Kponzentration auf das Innere bzw. inländlische statt. Man schätzt was man hat und erkennt vielleicht, dass es nicht immer der Job in Australien sein muss. Denn auch in den westlichen Demokratien gibt es Sicherheit und Wohlstand nicht umsonst. Für die in den Jahrzehnten erarbeiteten Werte muss man sich einsetzen und das kann man eben sehr gut bei oder mit einem Job in einer Verwaltung bzw. der öffentlichen Hand.

Fazit

Jobs beim Staat als Gewinner der Krise? Wer hätte das gedacht. Andererseits findet schon seit längerer Zeit ein Umbruch in der Arbeitswelt statt. Insofern hat die Corona Krise das Umdenken nur beschleunigt. Stärker werden die Rufe nach geringerer Arbeitsbelastung. Die Wichtigkeit des Privatlebens hat für jüngere Bewerber deutlich zugenommen. Da wird dann vielleicht eine überschaubare und geregelte Arbeitszeit nicht mehr als uncool, sondern als Vorteil angesehen. Wenn dann Behörden noch moderner werden, hybride Arbeitsmodelle anbieten und tolle Möglichkeiten der Gestaltung bieten, liegt es nahe, sich dem Trend nicht zu verschließen.

Die Behörden andererseits tun gut daran, von diesem Trend zu profitieren und sich Nachwuchskräfte zu sichern. Denn was die Corona Krise vor allem gezeigt hat ist, daß der Fachkräftemangel kein vorübergehendes Thema ist. Also sollte man von dem Trend zum Staat profitieren, bevor er vielleicht irgendwann auch mal wieder vorbei ist.

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