Sind Initiativbewerbungen sinnvoll?

Ob Initiativbewerbungen bei der Jobsuche angezeigt sind, wollen wir in diesem Artikel prüfen.

Im Rahmen der Jobsuche und der Bewerbungsstrategie stellt sich früher oder später die Frage, auf welche Stellenangebote man sich bewerben sollte. Breit streuen oder gezielt platzieren? Immer wieder hört man auch von Geschichten, in denen Bewerber hunderte von Bewerbungen versendet aber keine positive Rückmeldung erhalten haben. Was ist dran und nach welchem Schema sollte man sich orientieren?

Initiativbewerbungen – Bedeutung

Zunächst bleibt festzustellen, was eine Initiativbewerbung überhaupt ist. Gemeinhin wird darunter eine Bewerbung verstanden, die ohne Grund, nur durch eigene Initiative erfolgt.

In diesem Fall fehlt also eine Stellenanzeige auf die ich mich bewerbe. Gleichfalls hat mich auch niemand zur Abgabe meiner Bewerbung aufgefordert. Intiativbewerbungen treffen das Unternehmen also quasi unvorbereitet, so dass man hier mit besonderer Vorbereitung und Strategie vorgehen sollte.

Allerdings bringt der Fachkräftemangel Besonderheiten auch bei Initiativbewerbungen an den Tag. Immer mehr Unternehmen gehen dazu über, Initiativbewerbungen bewusst einzufordern. Besucher sollen dazu angeregt werden, ihre Unterlagen auch ohne passende Stelle einzureichen. Ziel ist natürlich, sich keinen der raren Bewerber durch die Lappen gehen zu lassen. Gleichzeitig ist in vielen Unternehmen die Erkenntnis gereift, daß es nicht immer den perfekten Bewerber gibt. Insofern sollte man versuchen, mit vielen Menschen ins Gespräch zu kommen. Denn dann kann man sich Profilen zuwenden, die sich vielleicht direkt auf eine Stelle gar nicht erst beworben hätten.

Initiativbewerbungen – Umsetzung bei der Jobsuche

Somit gehört die Initativbewerbung unserer Meinung nach zu jedem Bewerbungsprozeß oder Bewerbungsstrategie dazu.

Die Kunst besteht darin zu erkennen, wo sie erfolgversprechend ist. Gleichzeitig gibt es verschiedene Ansätze, um ein Zielunternehmen zu kontaktieren.

Sollte es, wie oben ausgeführt, für Initiativbewerbungen einen vorgegebenen Weg geben, sollte dieser natürlich genutzt werden. Fehlt ein solcher, muss zunächst recherchiert werden, wer der beste Adressat im Unternehmen für die Platzierung meiner Bewerbung ist.

In der heutigen Zeit kann eine solche Kontaktaufnahmen wunderbar über die verschiedenen Social Media Kanäle erfolgen. Denn natürlich erleichtert eine Empfehlung oder vielleicht eine Namensnennung aus dem Netzwerk via XING oder LinkedIn , die Kontaktaufnahme.

Ebenso, wenn nicht wichtiger, sind die Initativbewerbungen, die auf einen konkrete Stelle erfolgen.

Zwar gibt es hier eine offene Jobausschreibug und das Unternehmen erwartet auch Bewerbungen. Die Besonderheit besteht aber darin, daß ein Unternehmen vielleicht zunächst keine Bewerbung von jemandem erwartet, der objektiv nicht auf die Stelle zu passen scheint. Wenn also die eigene Qualifikation und der Werdgang zu einem Großteil nicht das abbilden, was im Jobangebot verlangt wird, ist auch das eine Initativbewerbung.

Initativbewerbungen auf eine Stellenausschreibung

Diese Art der Initativbewerbung ist unserer Meinung nach die Königsdisziplin. Denn inhaltlich muss mit den Bewerbungsunterlagen ein ganz andere Überzeugungsarbeit geleistet werden.

Bei einer normalen Initativbewerbung ist dem Gegenüber klar, dass man sich initiativ bewirbt. Der Bewerber wirft sich quasi in den Staub und bittet das Unternehmen darum, die Eignung auf andere Positionen für den Bewerber wohlwollend zu prüfen.

Wenn man sich nun auf eine Stelle bewirbt, die eigentlich zumindest auf den ersten Blick ungeeignet ist, wird es schwieriger. Hier ist der Personaler zunächst in Abwehrhaltung, weil er sich darüber ärgert, daß man das objektive Mißverhältnis zwischen Stellenausschreibung und eigenem Lebenslauf nicht erkannt hat. Diese Initativbewerbungen sind also zunächst leicht negativ belegt.

Initiativbewerbungen – Die Kür

Und nun kommt daher die Kür. Der Bewerber schlüpft quasi in die Rolle eines Personalberaters der eigenen Person. So muss man die Botschaft, die man sich vorher überlegt hat, richtig platzieren. Welche Argumente nun zum Tragen kommen sei an dieser Stelle dahin gestellt. Ich muss aber sicherstellen, dass der Leser sie auch erkennt.

Hier hängt es zum einen davon ab, wie ich mich bewerbe. Also digital, per E-Mail oder über ein Bewerbungsportal. Dann muss ich prüfen, wo und wie ich meine Sicht der Dinge darlege. Ziel ist dabei, den Leser zu überraschen, um seine Aufmerksamkeit zu gewinnen. Im nächsten Zug muss diese dann genutzt werden, um zu Versuchen, die Zweifel an der eigenen Eignung zum Wanken zu bringen. Am besten gelingt das mit einer unkonventionellen Sichtweise auf die ausgeschriebene Position. Alternativ mit der Herausarbeitung von Charaktermerkmalen, die für die Position besonders wichtig sind.

In jedem Fall muss der Leser durch die Argumente überzeugt werden. Er soll sich überhaupt oder noch einmal gründlich, mit den eingereichten Bewerbungsunterlagen auseinanderzusetzen.

Wichtig bleibt auch hier, keine Dinge zu erfinden oder komplette Luftschlösser zu bauen. Aber es muss gelingen, gewisse Voraussetzungen in der Jobbeschreibung in der Wichtigkeit zu hinterfragen. Damit wird dann ein neuer Blickwinkel auf die eigenen Unterlagen initiiert.

Fazit

Natürlich ist es besser, wenn ich Jobinserate finde, die perfekt zu mir passen. So kann ich direkt meine Bewerbung abgeben und dann Daumen drücken.

Die Realität sieht aber anders aus. Gerade in größeren Unternehmen ufern die Jobbeschreibungen aus. Immer häufiger trauen sich Personalentscheider nicht zu, bei einer Auswahl ins Risiko zu gehen. So bleiben Potentiale ungenutzt und verlieren Unternehmen gute Bewerbungen.

Im Ergebnis ist also eine Initiativbewerbung nicht der alleinige Weg zum Glück. Aber im Rahmen eines Bewerbungsverfahrens sollte ein nicht unerheblicher Teil der Bemühungen für genau diese Kreativität eingesetzt werden. Was sind die eigenen Stärken, Interessen oder Persönlichkeitsmerkmale. Wie könnten Sie für das betreffende Unternehmen oder die ausgeschriebene Stelle einen Mehrwert darstellen?

Wenn man diese Fragen in seiner Bewerbungspräsentation gut und auffindbar verpackt, sollte sich auch die Quote zu Intervieweinladungen verbessern. Denn was nicht versendet wird, wird auch nicht gelesen.

Viel Erfolg !

Bewerbung, Jobsearch, Jobsuche, Stellenangebote

Schreibe einen Kommentar